Auf Wiedersehen, Herr Professor

Der Frankfurter mit der roten Ente

Mit einem Grillfest bedankten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei ihrem Chef für die vielen Jahre, die von einem legeren, freundlichen und höflichen Miteinander geprägt waren. Dabei wurde natürlich so manche Erinnerung wach:
1993 kam Professor Heim aus München zunächst als kommissarischer Leiter des Instituts für Transfusionsmedizin, bevor er ein Jahr später zu dessen Chef und als Professor berufen wurde.
Zwei Jahre später wurden Professor Heim und sein Team schlagartig bundesweit bekannt: Am 17. Dezember 1995 ließen sich in Sachsen-Anhalt mehr als 20000 Menschen typisieren. Sie alle wollten dem an Leukämie erkrankten, 14-jährigen Nico helfen, das Leben zu retten. Leider kam die Hilfe für den Jungen zu spät (im Archiv finden sie mehrere Berichte über alles, was damals passierte). Doch der Verein Knochenmarkspende Sachsen-Anhalt wurde gegründet. 
Bis Ende 2015 waren 37500 mögliche Spenderinnen und Spender in der Datei des Uni-Klinikums, die vom Verein Knochenmarkspende Sachsen-Anhalt e. V. unterstützt wird, registriert. Davon haben bisher 352 für einen an Leukämie erkrankten Patienten gespendet.


Jetzt beginnt ein neues Leben

2015 wurden 13 Stammzellenspender und zwei Knochenmarkspender aus der Magdeburger Datei vermittelt. Fünf Spenden gingen ins Ausland, 10 wurden irgendwo an einer Klinik in Deutschland eingesetzt. Immer wieder verblüffte Professor Heim mit außergewöhnlichen Typisierungsaktionen: Kochen für Knochenmarktypisierungen. Registrierungen in Firmen, bei Sportfesten oder bei Feuerwehren. Und wenn irgendwo im Land jemand an Leukämie erkrankte, unterstützte der Verein die Angehörigen bei Typisierungsaktionen. 
Gern verloste Professor Marcell Heim auch Fahrten mit seiner knallroten Ente bei Typisierungs- oder Blutspendeaktionen. Der super gepflegte Citroen brachte den Mediziner seit unzähligen Jahren von Biederitz nach Magdeburg. Es ist nicht übertrieben, wenn es heißt: „Die Ente und der Fahrer sind zwischen Ehle und Elbe so bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund."
Jetzt beginnt für den 66-Jährigen ein neuer Lebensabschnitt: Reisen, ein Buch über seine Zeit im Osten der Republik schreiben und weiterhin für den Knochenmarkspendeverein trommeln, denn ihm bleibt er noch einige Jahre als Vorsitzender erhalten.

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